Bereits zum 14. Mal durften wir, die VfA, Vereinigung freischaffender ArchitektInnen, den Sonderpreis Mut an der TH-Köln anlässlich der Bachelorfeier verleihen. Mit diesem Preis wollen wir eine mutige Bachelorarbeit, eine ausgefallene Idee, auszeichnen.
Die Aufgabenstellung in diesem Semester lautete: Officinacittà, eine Stadtwerkstatt für planetarisches Denken und lokales Handeln.

Officinacittà ist ein interdisziplinäres Laboratorium in einer ehemaligen Autowerkstatt am Stadtrand von Rom. Bravetta ist ein Vorstadtviertel in Rom, das sich im Prozess der Stadterneuerung befindet, historisch geprägt von landwirtschaftlichen Anwesen und Adelsvillen, geringe Bevölkerungsdichte, hauptsächlich Familien und Rentner, Anziehung junger Paare und Berufstätiger durch günstige Wohnlage und Nähe zum Grünraum. Bravetta liegt an der Schnittstelle von Urbanität und ungenutzten Freiräumen und bietet sich daher für neue Formen des Zusammenlebens und Lernens an.
In Bravetta, einem Zwischenraum zwischen Stadt und Brache, soll über mehrere Jahre hinweg ein Ort des Denkens, Lernens und Experimentierens entstehen – ein Möglichkeitsraum, in dem künstlerische, ökologische, kulinarische und wissenschaftliche Praktiken ineinandergreifen.

Künstler:innen, Forscher:innen und Aktivist:innen sollen sich, versehen mit einem Stipendium, mit ökologischen, sozialen und kulturellen Transformationsprozessen beschäftigen. Das Laboratorium soll bewusst leicht, beweglich und offen sein. Das Herzstück soll die Küche sein, als Ort der Versorgung, der Auseinandersetzung und der Begegnung. Hier wird gekocht, geforscht und vermittelt.
Im Mittelpunkt der Bachelorarbeit soll ein Konzept von anpassungsfähigen Raumstrukturen und deren Integration in Bestehendes stehen.
Es soll nicht von einem festgelegten Endzustand, sondern von der Möglichkeit des baulichen Wachstums und der flexiblen Umnutzung ausgegangen werden.

Die Jury, bestehend aus Dilan Vural (Architektin aus Köln), Prof. Dr. Michael Müller (TH-Köln) und Jürgen Kaiser (VfA) hat Lina Buntrock mit dem Mut-Preis ausgezeichnet. Das Urteil der Jury lautet: Mutig wird das Thema des Atriumhauses sowohl durch Form, Materialauswahl und Farbe neu interpretiert und mittig als Begegnungsstätte in das Gebäudeensemble gesetzt, passend zum Thema der Bachelorthesis „Die gemeinsame Mitte“.
Der Preis ist mit 500 € dotiert und wurde von Natalie Weiß, der Mut-Preisträgerin von Februar 2025 überreicht.

Beim anschließenden Sektempfang mit Büffet konnte die neue Mut-Preisträgerin gebührend von Mitgliedern der Bezirksgruppe Köln und Niederrhein gefeiert werden.
