Am 11. Juni 2026 fand der Tag der Landschaftsarchitektur NRW unter dem Motto „Mehr Freiraum für alle“ in der Bundeskunsthalle in Bonn statt. Bei sonnigem und angenehm warmem Wetter kamen ca. 200 Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, Planende sowie weitere Interessierte zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Freiraumplanung zu diskutieren.

Foto: Christian Schmidt, VfA

Durch die Veranstaltung führte Christof Rose von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW). Den Auftakt bildeten Führungen durch die Ausstellung „Interactions“, die den Teilnehmenden bereits zu Beginn vielfältige Anregungen zu Wechselwirkungen zwischen Mensch, Raum und Umwelt bot.

Im Anschluss begrüßte Katja Domschky, Präsidentin der AKNW, die Gäste und stellte die Bedeutung qualitätsvoller Freiräume für eine nachhaltige und lebenswerte Stadt- und Landschaftsentwicklung heraus.

Den fachlichen Einstieg übernahm Julia Erdmann von JES Socialtecture mit der Keynote „Vom Freiraum zum Lebensraum“. Sie zeigte auf, wie öffentliche Räume zu sozialen und identitätsstiftenden Lebensräumen werden können und welche Rolle dabei die interdisziplinäre Planung spielt.

Der erste Impulsblock stand unter dem Thema „Gesundheit, Sicherheit und Soziales“. Prof. Dr. Heike Köckler von der Hochschule Bochum sprach über „Gesundheit durch Landschaftsarchitektur fördern: Grundlagen und Perspektiven“ und beleuchtete die positiven Auswirkungen qualitätsvoller Freiräume auf das körperliche und psychische Wohlbefinden.

Dr. Tim Lukas von der Bergischen Universität Wuppertal widmete sich in seinem Vortrag „SOS Innenstadt: Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Konfliktfelder der Stadtentwicklung“ den aktuellen Herausforderungen urbaner Räume und den unterschiedlichen Interessenlagen im öffentlichen Raum.

Ergänzt wurde der Themenblock durch einen Beitrag von Prof. Dr. Iris Reuther, Senatsbaudirektorin a. D., die weitere Perspektiven auf die gesellschaftliche Bedeutung von Freiräumen und Stadtentwicklung eröffnete und dazu aufrief wieder mehr Entscheidungsfreiräume zu nutzen.
Die anschließende Gesprächsrunde bot Gelegenheit zum Austausch zwischen Referierenden und Publikum.

Foto: Christian Schmidt, VfA

Nach einer Kaffeepause mit Kaffee und Kuchen begann der zweite Impulsblock unter der Überschrift „Wie kommt alles zusammen? Beispiele aus der Praxis“.

Den Auftakt machte Sabine Rabe von rabe landschaftsarchitekten mit ihrem Vortrag „Raumkultur – oder: Ein Käse und eine Ananas für St. Pauli“. Anhand konkreter Projekte zeigte sie, wie besondere Identitäten von Orten gestärkt und in Planungsprozesse integriert werden können.

Lukas Schweingruber vom Studio Vulkan in Zürich stellte unter dem Titel „Vom Alltag der Orte“ die Bedeutung alltäglicher Nutzungen und Aneignungen von Freiräumen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Prof. Sebastian Sowa mit seinem Beitrag „Puzzeln, Spielen, Zauberei! Einladungen zur Teilhabe!“. Er zeigte anhand verschiedener Beispiele, wie Beteiligung und Mitwirkung kreative Prozesse in der Freiraumgestaltung bereichern können.

Nach einer weiteren Fragerunde klang die Veranstaltung im Foyer der Bundeskunsthalle bei Getränken und Häppchen aus. Der Tag der Landschaftsarchitektur NRW 2026 machte deutlich, wie vielfältig die Anforderungen an Freiräume heute sind und welchen Beitrag die Landschaftsarchitektur zur Förderung von Gesundheit, sozialem Zusammenhalt, Sicherheit und Lebensqualität leisten kann.

Das Motto „Mehr Freiraum für alle“ zog sich dabei als roter Faden durch das gesamte Programm und unterstrich die gesellschaftliche Relevanz qualitätsvoll gestalteter Freiräume.